Waschtrockner statt Waschmaschine: Platz, Luft und Strom im Bad
Ein Waschtrockner ersetzt zwei Geräte, doch der Platzbedarf ist nicht einfach die Summe von Waschmaschine und Trockner. Die meisten Modelle sind mit 60 cm Breite und 60 cm Tiefe genauso breit wie eine Standardwaschmaschine, aber sie sind höher – oft zwischen 85 und 90 cm. Entscheidend ist die Tiefe im geöffneten Zustand: Die Tür schwingt nach vorn aus, und bei einem Frontlader mit Trocknerfunktion kommt häufig noch die Wartungsklappe für den Flusenfilter hinzu. Wer den Waschtrockner in eine Nische stellt, sollte deshalb mindestens 10 cm Luft nach vorn und 5 cm zu den Seiten einplanen. Nach oben braucht das Gerät ebenfalls Abstand, damit die Abluft entweichen kann. Ein Blick auf die konkreten Maße im Aufstellraum lohnt sich, bevor die alte Waschmaschine ausgebaut wird.
Die Belüftung ist der am häufigsten unterschätzte Punkt. Ein Waschtrockner gibt während des Trocknungsvorgangs Feuchtigkeit an die Raumluft ab, auch wenn er mit Kondensation arbeitet. In einem kleinen Badezimmer ohne Fenster steigt die Luftfeuchtigkeit schnell auf Werte, die Schimmel an Fugen und Silikonnähten begünstigen. Eine mechanische Entlüftung mit Volumenstrom nach DIN 1946-6 ist deshalb keine Option, sondern Pflicht. Wer die Waschmaschine im Bad richtig einplanen möchte, sollte die Luftführung genauso ernst nehmen wie den Wasseranschluss. Ein Hygrometer an der Wand zeigt zuverlässig, ob die Entlüftung ausreicht. Bei Werten über 60 Prozent relativer Luftfeuchte über mehrere Stunden muss nachgebessert werden.
Der Stromanschluss ist ein weiterer Stolperstein. Ein Waschtrockner zieht während des Trocknens zwischen 2000 und 2800 Watt, deutlich mehr als eine reine Waschmaschine. Die Steckdose muss für diese Dauerlast ausgelegt sein, und sie darf nicht hinter dem Gerät liegen, wenn der Stecker im Betrieb warm wird. Besser ist eine eigene Zuleitung mit 16-Ampere-Absicherung, die nicht mit dem restlichen Badstromkreis geteilt wird. Ein FI-Schutzschalter mit 30 mA ist im Nassbereich ohnehin vorgeschrieben. Wer den Anschluss erneuert, sollte gleich eine feuchtraumgeeignete Steckdose mit Klappdeckel setzen und den Anschluss von einer Fachkraft abnehmen lassen. Improvisierte Verlängerungskabel hinter der Waschmaschine sind ein Brandrisiko und im Badezimmer ohnehin unzulässig.
Die Kombination aus höherem Gerät, zusätzlicher Abwärme und stärkerem Strombedarf verändert die Planung im Badezimmer grundlegend. Ein Waschtrockner braucht mehr Rücksicht auf die Raumluft und die Elektrik als eine einfache Waschmaschine. Wer diese drei Punkte vor dem Kauf klärt, spart sich später teure Nachbesserungen und hat ein Gerät, das im Alltag wirklich funktioniert.